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Griechische Inselwelten II: Die Ionischen Inseln und die Kykladen

Die Ionischen Inseln

Diese Inselgruppe wird für viele möglicherweise nicht das Bild der in unseren Augen typischen griechischen, von der Antike geprägten Inseln mit Tempelresten und antiken Säulen erfüllen, ist dafür aber durch eine sonst in Griechenland eher seltene, frische grüne Landschaft gekennzeichnet, was Inseln wie zu beliebten Urlaubszielen hat aufsteigen lassen. Zakynthos ist ebenfalls beliebt für einen gelungenen Badeurlaub und Ithaka erinnert jeden sofort an die Figur des Odysseus... Besondere Empfehlungen für eine kurzfristig geplante Stippvisite sind von uns aus der Reiseredaktion die Urlaubsinseln Korfu und Zakynthos

Korfu

Schon Österreichs Kaiserin Sisi war in ihre sanfte Schönheit verliebt und auch heute ist Korfu sicher die bekannteste Urlaubsinsel der Gruppe und eine der beliebtesten Badeinseln Griechenlands überhaupt. Die nördlichste der sieben Ionischen Inseln wird wegen ihrer üppigen Vegetation auch "die grüne Sichel" oder "Smaragdinsel" genannt. Korfu liegt gegenüber dem Epirus neben der Südspitze Italiens und ist im Nordosten nur durch eine schmale Meeresenge von Albanien getrennt. Neben dem Oliven- ist der Zypressenbaum charakteristisch für die Landschaft. Strände mit Sand, Kies und Kieselsteinen, von Steilufern und hohen Kliffs begrenzt, bilden die gut 200 km lange Küste.

Hauptort dieser Ionischen Insel ist Korfu-Stadt - oder auch Kerkyra - eine wahre Mischung aus Alt und Neu. Überbleibsel der verschiedenen Kulturen wie breite Straßen und große Plätze, neapolitanische Gassen, Häuser französischen Stils mit Gewölben, Gebäude in englischer Tradition, byzantinische Burgen und Kirchen, venezianische Treppen und Denkmäler, vergitterte Balkone und Fenster bestimmen das Stadtbild. Die Altstadt wurde aktuell im Jahre 2007 auf die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes gesetzt. Vom alten Hafen, wo sich stolz die historische Festung erhebt, führen eng verwinkelte Gässchen, über denen sich Leinen mit frisch gewaschener Wäsche spannen, zu der eindrucksvollen Kirche des Heiligen Spiridon, wo die Reliquien des Schutzpatrons der Insel aufbewahrt werden. Auf Korfu leben etwa 120.000 Menschen, davon wohnen mehr als ein Drittel in Korfu-Stadt. Schon in der griechischen Mythologie wurde die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Einwohner besungen.

Ein Highlight von Korfu ist auch das Achillion, die frühere Sommerresidenz der berühmten österreichischen Kaiserin Sisi: auf ihren Pfaden können Besucher durch die herrlichen Gartenanlagen lustwandeln. Alles in allem bietet diese Insel ideale Voraussetzungen für den heute blühenden, internationalen Tourismus, der mit Hotels, Ferienhäusern und Apartments etwas in allen Kategorien und für jedermann bietet.

Die bekanntesten Urlaubsorte sind Acharavi und Roda mit Blick hinüber zum albanischen Festland, Barbati an der Nordostküste, Glifada mit der Golden Beach, dem wohl beliebtesten Sandstrand Korfus, Dassia, Potamos, Ipsos an einer herrlich weiten Bucht nördlich von Korfu-Stadt und südlich davon Perama und Benitses oder die beiden von einem Fluss getrennten lebhaften Urlaubsorte Moraitika und Messonghi. Korfus sehr gute touristische Infrastruktur zusammen mit endlosen Traumstränden und dem klaren, Ionischen Meer erfüllen jeden Wunsch an Wassersport- und Freizeitaktivitäten. Die schöne Landschaft lockt ebenso Wanderurlauber und Mountainbiker an.

Zakynthos

Als weiteren Tipp aus dieser Gruppe wollen wir - wenn Sie Ihren Schwerpunkt auf einen harmonischen Badeurlaub legen - Zakynthos empfehlen: die südlichste der Ionischen Inseln. über einige Jahrhunderte wurde das Eiland von den Veneziern beherrscht, die der Insel den klangvollen Beinamen "Blume des Ostens (fior di levante)" gaben. Die reiche, grüne Natur, schöne Sandstrände und ein ideales Ferienklima lassen heute diese "Blume des Ostens" erneut zur beliebten Urlaubsinsel 'erblühen'. Bei Griechenland-Fans im Ionischen Meer hat sie in der Beliebtheitsskala den zweiten Platz nach Korfu belegt. Der Hauptort Zakynthos-Stadt an der Ostküste strahlt die mediterrane Leichtigkeit der gesamten Insel aus. Ihre Kulisse beherrscht die von den Veneziern erbaute Zitadelle und neben vielen anderen Kirchen gilt als Sehenswürdigkeit die Kirche der Phaneromeni als die wohl schönste der Ionischen Inseln.

Urlauber finden die besten Ferienangebote der Insel in Tsilivi, an einer langen Badebucht mit abfallendem, schönem Strand bei guten Wassersportmöglichkeiten und "Erholung pur" inmitten von herrlichen Olivenhainen, die das Hinterland prägen. In der Nähe ist das hübsche Dorf Planos mit kleinen griechischen Tavernen und netten Restaurants tags wie abends einen Besuch wert. Etwas abgelegen auf der Spitze von Zakynthos` Halbinsel Skopos liegt Vassilikos, ein in die Länge gestreckter Ort - mit sehr einheimischer Prägung - und doch ausreichendem Angebot an Shopping, Gastronomie und Sport.

Als besonderer Tipp gilt Zakynthos übrigens für Taucher, die unter Wasser entlang an Kalksteinfelsen und vielen kleinen umliegenden Inseln traumhafte und vielseitige Tauchgänge erleben. Als optimales Tauchrevier gilt der Küstenstreifen zwischen Laganas und Kalamaki. Der Rest der Familie hat Spaß am flach abfallenden Sandstrand, der sich über die weite Bucht zieht. Während Laganas mit Bars, Restaurants und Diskotheken ein Unterhaltungszentrum für Zakynthos-Besucher ist, ist Kalamaki, 2km davon entfernt, die eher ruhigere Alternative geblieben. Von dort aus ist es auch nur jeweils einen Katzensprung von 2-3km in die typisch griechischen örtchen Koukla und Agios Sostis - die ohne jeden Touristentrubel mit einer wunderschönen Sicht auf die Insel Marathonisi aufwarten.

Das Postkartenmotiv von Zakynthos ist die "Shipwrecks´s Bay" im nördlichen Abschnitt - die bizarre Bucht mit einem Schiffswrack ist nur mit dem Schiff erreichbar oder aber zum Beispiel von der Aussichtsterrasse von Anafonitria aus einsehbar. Weiteres Ausflugshighlight der Ionischen Insel sind die "Blauen Grotten" und wenn Sie Glück haben treffen Sie auf Vertreter der ";unechten Karettschildkröte". Diese Spezies findet an den Stränden von Zakynthos ihre letzten geschützten Brutplätze - weswegen manchmal auch Strandabschnitte zum Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Art gesperrt sind.

Die Kykladen

Die Kykladen liegen nördlich von Kreta und östlich des Peloponnes in der Ägäis. Meist werden sie mit einer Zahl von 56 Inseln angegeben, werden aber alle „Felsen“ mitgezählt, umfasst diese Gruppe über 200 Inselchen, die auch den Beinamen "Perlen von Hellas" tragen. Die bekanntesten Kykladen sind Naxos, Paros, Delos, Andros und als beliebteste Urlaubsziele Mykonos und Santorini.

Mykonos und Delos

Am Tage bietet Mykonos mit seinen weißen Kykladenhäuschen und typischen Windmühlen das weithin bekannte, typische Griechenlandbild schlechthin. Am Abend, oder besser in jeder Sommernacht dann ist Mykonos allerdings nicht mehr einfach nur charmant und romantisch, sondern eher cool und hemmungslos...jetzt erwacht der moderne Party-Mythos. Bereits am Nachmittag geht es los: an vielen Stränden von Mykonos räkeln sich braune, schöne Körper im Sand oder bewegen sich tänzelnd zu House Musik, Techno-, Latino- und Chillout-Klängen, die aus den Strandbars herüber wehen ins türkisblaue Wasser. Nach den absolut entspannt-faulen Strandstunden ruft die Inselhauptstadt: in Chora (amtlich Mykonos) geht die Party in schönen Bars, Tavernen und Clubs bis zu den ersten Sonnenstrahlen des nächsten morgens weiter...

Trotz der Partypeople ist Platz und Raum genug für den ruhigen Familienurlaub und obwohl Mykonos eher karg ist - gibt es wunderschöne Sandstrände - bei Agios Stefanos, Psarou, Kalafati, Platis Gialos, Ornos Elia und Pandormo. Auch Kulturreisende finden Sightseeingziele wie die Paraportiani-Kirche in der Nähe der Anlegestelle in Mykonos-Stadt; mit ihrem Glockenturm aus Bogenfenstern steht sie heute unter Denkmalschutz. Besondere Ausgrabungsstätten findet man auf Mykonos allerdings nicht - dafür auf der Nachbarinsel Delos, die mit einer Fähre schnell und gut erreichbar ist. Die kleine, unbewohnte Insel ist eine reine Ausgrabungsstätte. Auf ihr sollen Apollon und Artemis zur Welt gekommen sein und in der Antike war sie einer der Mittelpunkte der griechischen Kultur. Außerdem gilt auf Delos seit frühesten Zeiten ein ungeschriebenes Gesetz: auf dieser heiligen Insel darf niemand sterben oder geboren werden. Kein Problem, wir beschränken uns auf den reinen Urlaubsgenuss und fahren unversehrt wieder ab...

So wie es sich lohnt von Mykonos hinüber nach Delos zu "hüpfen"ist generell beim Urlaub in diesem Teil des Landes das Island-Hopping eine ganz dringende Empfehlung. Denn längst nicht alle Inseln besitzen einen Flughafen. Da besonders die größeren und bekannteren Inseln bei Urlaubern hoch im Kurs stehen, sind viele der kleineren und unbekannteren Inseln weniger besucht und haben ihre Traditionen dadurch mehr bewahren können. Die Auswahl der Reiseziele auf den nördlichen, den mittleren, den kleinen Ost-, den südlichen und den westlichen Kykladen ist riesig.

Ein weiteres Aushängeschild nicht nur für diese Inselgruppe sondern für ganz Griechenland ist dabei zu Recht das geologisch faszinierende Santorini.

Santorini

Die südlichste der Kykladen-Inseln, wird auch gerne das "griechische Helgoland" genannt. Zum einen wegen der bizarren, teils roten Felsformationen, zum anderen weil hier viele Griechenlandurlauber mit Ausflugsschiffen zu Tagestouren anlegen. Santorini hat aber mit Stränden, Ausgrabungsstätten und seinen schönen Dörfern auch reichlich viel für einen Kompletturlaub zu bieten. Auf Santorini sitzen Sie buchstäblich auf einem Vulkan, da die bis zu 300m steil aus dem tiefblauen Meer aufragenden Kraterwände, die die Steilküsten dieser Insel bilden, nicht mehr und nicht weniger sind als der Rest eines ursprünglich gigantischen Vulkans, der um 1625 v. Chr. ausbrach.

Die sichelförmige Insel bildet mit den ihr gegenüber liegenden kleinen Inseln Thirasia (Therasia) und Aspronisi eine sogenannte "Caldera". Wegen dieser traumschönen Landschaft und einiger großartiger Ausgrabungsfunde, die tausende von Jahren unter einer gewaltigen Schicht aus Bimsstein verborgen lagen, ist Santorini heute eines der beliebtesten Reiseziele in ganz Griechenland. Hauptort der Insel ist Thira an der westlichen Küste, seine weißen Häuser haben ihn bekannt gemacht, ebenso wie die, neben den Funden von Akrotiri bedeutenden Ausgrabungen von Alt-Thera oder Alt-Thira. An der Steilküste entlang führt der Weg nach Oía. Auch hier hat die Bauweise der wie im Hauptort Thira förmlich an den Felsen über dem Meer "hängenden"Häuser die Postkartenmotive schlechthin für Santorini geschaffen. Interessante Strände sind Kamari, mit eher dunklem Sand und die Red Beach von Akrotiri, die ihren Namen wegen des gigantischen roten Felsens im Hintergrund trägt.

Für viele besitzt Santorini neben seinem ganz besonderen allgegenwärtigen Flair sogar viel von der magischen "Atlantis-Legende". Wir versprechen ganz sicher für Ihren Aufenthalt dort: Wenn man heute auf einer Terrasse der Häuserchen, die sich abenteuerlich wie Kletterpflanzen an den schroffen Felskämmen halten sitzt und auf den mit azurblauem Mittelmeerwasser gefüllten Krater und die übrigen umliegenden Inselchen und Inselreste blickt, bekommt man das Gefühl, wie einst Gottvater Zeus vom Dach der Welt auf die Erde zu blicken.